Maising im Landkreis Starnberg
Maising ist ein kleiner, idyllischer Ortsteil der Gemeinde Pöcking. Er ist vor allem als Ausgangspunkt für die berühmten Maisinger Schlucht Wanderung und den Maisinger See bekannt. Das Dorfleben ist ruhig und wird stark vom Ausflugsverkehr zur Schlucht und zum See geprägt. Hier ist ein detaillierter Blick auf das Dorf, seine Natur und Geschichte.
Maising ist ein kleiner Ortsteil der Gemeinde Pöcking im Landkreis Starnberg in Oberbayern. Die Geschichte von Maising lässt sich bis ins Jahr 1182 zurückverfolgen, als der Ort unter dem Namen Musingin erstmals urkundlich erwähnt wurde. Damals bestand die Siedlung aus lediglich vier Gehöften und drei Mühlen. Diese wurden im Zusammenhang mit einer Schenkung von Bischof Otto II. von Bamberg an das Chorherrenstift Dießen erwähnt. Das Dorf Maising war ursprünglich landwirtschaftlich geprägt und hatte im Jahr 1809 eine Bevölkerung von 86 Personen, die auf 13 Höfe verteilt waren. Durch die Folgen des Zweiten Weltkriegs erfuhr das Dorf jedoch einen starken Anstieg der Bevölkerungszahl.

Ausflugsziel Maising im Münchner Umland
Heute ist Maising ein klassisches bayerisches Dorf mit ländlichem Charme. Es liegt etwa 50 Meter höher als der Starnberger See auf dem Andechser Höhenrücken. Der Ort ist vor allem bekannt für den unter Naturschutz stehenden Maisinger See, der etwa 500 Meter westlich des Ortes liegt. Die zweite große Attraktion in der Nähe von Maising ist die Maisinger Schlucht, die sich auf dem Weg Richtung Starnberg befindet.
Der Maisinger See
Der Maisinger See wurde um 1680 von Mönchen des Klosters Dießen als Stausee zur Fischzucht angelegt. Ziel war es, nach den Hungersnöten des Dreißigjährigen Krieges eine verlässliche Nahrungsquelle zu schaffen. Seit 1941 ist der Maisinger See als Naturschutzgebiet ausgewiesen und damit eines der ältesten in Bayern. Er ist ein wichtiges Habitat für über 170 Vogelarten, darunter die Rohrdommel und der seltene Eisvogel. Da der See sehr flach ist, schreitet die Verlandung stetig voran. Heute ist nur noch ein Bruchteil der ursprünglichen Wasserfläche vorhanden, der Rest besteht aus Schilfgürteln und Moorbiotopen (Schwingrasen). Trotz Naturschutz ist das Baden an einer ausgewiesenen Stelle am Staudamm erlaubt. Da der See sehr flach ist, erwärmt er sich im Frühjahr extrem schnell und friert im Winter als einer der ersten Seen in der Region zu, was ihn zu einem super Platz für Eisläufer macht.
–> Maisinger See

Die Maisinger Schlucht
Die Schlucht verbindet Starnberg mit dem Dorf Maising und ist eines der beliebtesten Wanderziele im Fünf-Seen-Land. Die Wände der Schlucht bestehen aus Nagelfluh (einem Konglomeratgestein), das zwischen zwei und acht Meter hoch aufragt. Entstanden ist die Schlucht vermutlich als Relikt einer Gletscherzunge der Würmeiszeit. Der Weg durch die Schlucht ist flach, schattig und führt immer am Maisinger Bach entlang. Er ist ideal für Familien geeignet. Von Starnberg aus benötigt man etwa eine Stunde bis zum Ortseingang von Maising.
–> Maisinger Schlucht




Die Filialkirche St. Bartholomäus
Sie ist ein Geheimtipp des Dorfes. Die Kirche steht leicht erhöht auf einem Hügel. Sie wurde bereits 1182 erstmals urkundlich erwähnt. Der Chor stammt vermutlich noch aus der Zeit des späten Mittelalters. Im Inneren sind die Fresken aus dem 13. Jahrhundert sehenswert, die erst bei einer Renovierung in den 1970er Jahren wiederentdeckt und freigelegt wurden. Sie zeigen vermutlich Stationen eines Kreuzwegs. Lange Zeit war die Kirche meist verschlossen, doch dank einer engagierten Mesnerin ist das „Schmuckstück“ heute tagsüber für Wanderer und Pilger geöffnet.
Historische Bauernhäuser und Denkmäler
Beim Schlendern durch die Ortsstraße entdeckst du den ursprünglichen Charakter des Dorfes: Das Bachweberhäusl (Ortsstraße 8): Ein denkmalgeschütztes, zweigeschossiges Haus aus dem 17./18. Jahrhundert mit einem verschalten Obergeschoss – ein typisches Beispiel für die damalige Bauweise in der Region. Ehemaliger Eiskeller (Ortsstraße 16): Ein kleines, gemauertes Kellerhaus mit Flachsatteldach aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Früher wurde hier im Winter Eis eingelagert, um Lebensmittel und Bier kühl zu halten. Wohnstallhaus (Ortsstraße 25): Ein stattlicher Bauernhof aus dem 18. Jahrhundert mit einer auffälligen Fassadengestaltung (Putzrustika), der zeigt, wie wohlhabend manche Bauernhöfe früher waren.



Maising gehört zur Gemeinde Pöcking
Im Rahmen der Gebietsreform wurde Maising am 1. Januar 1978 in einen Ortsteil der Gemeinde Pöcking überführt. Dabei wurde eine Einwohnerzahl von 300 angegeben. In jüngerer Zeit wuchs Maising durch den Bau von Wohnhäusern – dem Speckgürtel München sei Dank. . Pöcking ist eine wunderschöne Gemeinde am Westufer des Starnberger Sees. Diese Region hat den Besuchern viel Geschichte zum Anfassen zu bieten. Die Kaiserin Sissi verbrachte hier die Jugendjahre, sie lebte im Pöckinger Ortsteil Possenhofen. Das Erbe dieser berühmten Bewohnerin macht Pöcking bis heute zum Sitz des bekanntesten Adelssitzes im Starnberger Umland. Die Gemeinde Pöcking hat eine lange Geschichte und ist eng mit dem Grafen La Rosée verbunden, der ein wichtiger Bestandteil der Hofmark Garatshausen-Possenhofen war. Nach der Verwaltungsreform in Bayern bildete sich 1818 die heutige Gemeinde heraus. Im Juli 1972 wurde das Gebiet der Gemeinde Pöcking durch die Eingliederung der bis dahin selbständigen Gemeinde Aschering erweitert, Maising folgte nur wenige Jahre später.
Pöcking hat eine faszinierende Kultur- und Historielandschaft, die vor allem im Schloss Possenhofen zum Ausdruck kommt. Das Schloss wurde ursprünglich als Herrenhaus im Jahr 1536 errichtet und im Laufe der Jahrhunderte immer wieder erweitert. Nachdem es durch Schweden zerstört worden war, wurde es ab 1834 im Besitz der Wittelsbacher. In den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts drohte das Schloss zu verwahrlosen, wurde aber in den 80er Jahren generalüberholt und mit Eigentumswohnungen ausgebaut. Der Schlosspark, der sich direkt am Seeufer befindet, ist heute öffentlich zugänglich. Die zum Schloss gehörende Anlage sowie die Schlosskapelle können nur von außen besichtigt werden. Das lohnt sich aber – schau hier unsere Bilder und Eindrücke:
–> Schloss Possenhofen

Ein weiteres sehenswertes Gebäude in Pöcking ist der Bahnhof Possenhofen, der an der Bahnlinie von München nach Tutzing liegt. Das denkmalgeschützte Haus wurde 1864 erbaut und ist ein Meisterwerk des Architekten Georg v. Dullmann, der auch bei den Königsschlössern mitgewirkt hat. Der Innenraum des Bahnhofs ist heute ein Museum. Du kannst dort verschiedene Devotionalien von Kaiserin Sissi bewundern. Das Kaiserin Elisabeth Museum in Possenhofen öffnete erstmals im Jahr 1998 seine Türen und ist seitdem ein beliebtes Ziel für Besucher. Die Ausstellung zeigt das Leben der Kaiserin Elisabeth von Österreich-Ungarn, auch bekannt als Sisi, während ihrer Jugend in Possenhofen. Die beeindruckende Architektur des Gebäudes ist von außen sichtbar.
Pöcking bietet das ganze Jahr über viele interessante Veranstaltungen. Im Sommer findet das traditionelle Seefest mit Livemusik, kulinarischen Köstlichkeiten und einem großartigen Feuerwerk statt. Das Starnberger Seefest zieht im Juli jedes Jahr zahlreiche Besucher an und ist ein Muss für alle, die das sommerliche Flair genießen möchten.
HERRSCHAFTLICHE VILLEN IN PÖCKING
Pöcking am Starnberger See ist seit jeher bekannt für viele prachtvolle Villen aus vergangenen Jahrhunderten. Viele dieser Gebäude befinden sich in exklusiven Lagen und wurden von berühmten Architekten entworfen. Ein Beispiel hierfür ist die Villa Defregger, die sich in der Alten Bahnhofstraße 8 befindet. Dieser zweigeschossige Walmdachbau mit Elementen des alpenländischen Heimatstils wurde 1900 von Eugen Drollinger erbaut. Die Villa, die früher als Villa Adler bekannt war, ist mit Balkonen, Ziergiebeln und Wandmalereien geschmückt. Eine weitere prachtvolle Villa ist die Villa Reber in der Feldafinger Straße 15. Der zweigeschossige Walmdachbau im italienischen Stil wurde 1873 von Josef Knittl entworfen und 1895 von Johann Biersack um einen Anbau erweitert. Die Villa ist mit einem eingestellten Belvedereturm, einem Eingangsvordach und einem Eisenbalkon auf gusseisernen Stützen ausgestattet. In der Feldafinger Straße 17 befindet sich die Villa von Lossow, die im barockisierenden Jugendstil erbaut wurde. Der zweigeschossige Halbwalmdachbau mit flachem, eingestelltem Treppenturm, Erker und Holzbalkon wurde zwischen 1896 und 1898 für Prof. Franz von Soxhlet erbaut und später von Oberstleutnant Walter von Lossow und Hélène von Lossow geb. Soxhlet bewohnt. Die Villa Ranke in der Feldafinger Straße 27 ist ein zweigeschossiger Satteldachbau in spätklassizistischen Formen, der um 1880 erbaut wurde. Die Villa ist mit einer Dachvorkragung über Konsolen und einer Garteneinfriedung ausgestattet. Die Villa Riccius in der Feldafinger Straße 41 ist ein zweigeschossiger gotisierender Gruppenbau mit Kreuzgiebel, rundem Eckturm und Staffelgiebeln. Das Gebäude wurde 1898 für Karl Hausmann nach Entwurf von Leonhard Romeis erbaut und verfügt über eine gemauerte Toreinfahrt. Weitere historische Gebäude in Pöcking sind die katholische Filialkirche St. Ulrich in der Hauptstraße 6, die zwischen 1683 und 1702 erbaut wurde, sowie der Gasthof zur Post in der Hauptstraße 19, der im Kern aus dem 18. Jahrhundert stammt. Das Bauernhaus in der Hauptstraße 31 ist ein zweigeschossiger Satteldachbau im Heimatstil mit hölzernen Balkons und ornamentaler Schablonenmalerei. Das Gebäude ist mit dem Jahr 1901 bezeichnet. Das ehemalige Pförtnerhaus in der Heinrich-Knote-Straße 14 war ein Pförtnerhaus zum geplanten, aber nicht ausgeführten Littmann’schen Landsitz. Der zweigeschossige Satteldachbau verfügt über einen zweifachen Quergiebel, eine Loggia mit Rundbogen und Zierfachwerk. Im Garten befindet sich ein bauzeitlicher Gartenpavillon. Die Villa Haus in der Heinrich-Knote-Straße 16 wurde 1901/1902 für Militärgerichtsrat Franz Haus nach Entwurf von Richard Riemerschmid erbaut. Der zweigeschossige Bau über einem quadratischen Grundriss verfügt über ein geschwungenes Mansardwalmdach, eine Loggia, eine Freitreppe und einen Dachausbau auf der Seeseite. Die Villa Fleischmann in der Heinrich-Knote-Straße 78 wurde 1897/1898 von Heilmann & Littmann erbaut. Der zweigeschossige Satteldachbau verfügt über Zierbundwerk, einen Eckerker und eine Loggia mit Altane im Heimatstil. Die Villa Tausch in der Hindenburgstraße 10/10a wurde 1865 im italienischen Stil erbaut. Der zweigeschossige Satteldachbau verfügt über einen Belvedereturm, eine Loggia und eine Altane auf der südlichen Giebelseite. Im Garten befindet sich eine neuklassizistische Figur der Flora. 1910 wurde ein westlicher Kreuzgiebelbau anstelle des ehemaligen Pferdestalls angebaut. Die Villa Habsburg, auch Villa Austria genannt, in der Hindenburgstraße 15 wurde 1902 für Hofkapellmeister Hugo Röhr nach Entwurf von Eugen Drollinger erbaut. Der zweigeschossige Mansardwalmbau verfügt über eine Altane, eine Treppe und einen Terrassenvorbau in reduziert neubarocken bzw. neuklassizistischen Formen. Die Villa wurde 1922 umgebaut und vergrößert und liegt auf einer Hügelkuppe. Die Toreinfahrt zum Park und die Auffahrtsallee wurden gleichzeitig erbaut. Die Villa Bäumler bzw. Heidinger in der Keltenstraße 33 wurde im Jahr 1921 von Anton Hatzl jun. erbaut. Der schlossartige zweigeschossige Walmdachbau verfügt über Zwiebeltürme und kurze erdgeschossige Seitenflügel mit Steilwalm. Die Villa befindet sich in einer parkartigen Gartenanlage. Die Villa Dallmayer in der Zum Ministerhügel 18 wurde als dreigeschossiger, spätklassizistischer Kreuzgiebelbau errichtet.
Zusammenfassung Maising
Maising ist ein historischer Ortsteil der Gemeinde Pöcking im Landkreis Starnberg in Oberbayern. Seine Geschichte reicht bis ins Jahr 1182 zurück, als vier Gehöfte und drei Mühlen unter dem Namen Musingin erwähnt wurden. Heutzutage ist Maising besonders bekannt für den unter Naturschutz stehenden Maisinger See, der etwa 500 Meter westlich des Ortes liegt. Die Maisinger Schlucht, ein tiefer Einschnitt geformt durch den Maisinger Bach, ist ein weiteres Naturhighlight in der Nähe. Zahlreiche historische Gebäude wie das Bachweberhäusl, der ehemalige Eiskeller und das zweigeschossige Satteldachbauernhaus prägen das Ortsbild.
1978 wurde Maising in die Gemeinde Pöcking eingegliedert und erlebte seither durch den Bau von Wohnhäusern weiteres Wachstum. Pöcking selbst, am Westufer des Starnberger Sees gelegen, ist bekannt für das Schloss Possenhofen, in dem Kaiserin Sissi ihre Jugendjahre verbrachte. Die Gemeinde bietet eine reiche Kultur- und Historielandschaft mit prachtvollen Villen, darunter die Villa Defregger und die Villa Reber. Das Kaiserin Elisabeth Museum in Possenhofen und das jährliche Seefest sind weitere Attraktionen in Pöcking. Die Gemeinde hat auch eine Vielzahl herrschaftlicher Villen zu bieten, wie die Villa Fleischmann und die Villa Tausch, die die reiche Geschichte und den architektonischen Reichtum der Region widerspiegeln.
Die häufigsten Fragen über Maising
Maising ist ein Ortsteil der Gemeinde Pöcking im Landkreis Starnberg in Oberbayern, Deutschland.
Die Einwohnerzahl von Maising beträgt etwa 300.
Man kann Maising mit dem Auto oder dem Fahrrad über die Staatsstraße 2063 erreichen. Es gibt auch eine Bushaltestelle in der Nähe der Kirche. Hier alle Details für deine Anreise.
In Maising selbst gibt es keine Unterkünfte. Man kann jedoch in der nahegelegenen Gemeinde Pöcking oder in Starnberg übernachten.
Die Wallfahrtskirche in Maising kann das ganze Jahr über besucht werden. Besonders empfehlenswert ist jedoch der Besuch während der Sommermonate, wenn das Wetter schön ist und man die umliegende Landschaft genießen kann.
In der Nähe von Maising gibt es viele schöne Orte und Sehenswürdigkeiten zu entdecken. Dazu gehören der Starnberger See, das Schloss Possenhofen und der Ort Starnberg.
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